Hier findet ihr meine Reiseberichte aus der Türkei.

 

 

 

Avsa Reisebericht vom Sommer 2001

 

 

Am ersten Tag kamen ich mit meinen beiden Mädchen und meiner Tante nachmittags am Istanbuler Flughafen an. Wir hatten einen ruhigen und schönen Flug hinter uns. Meine Schwiegermutter und meine kleine Schwägerin Olgu (21) warteten bereits sehnsüchtig auf uns und brachen erst einmal in Tränen aus, als sie die Kinder nach so langer Zeit wiedersahen. Meine Schwiegermutter machte sich auf, das Auto zu holen. Nach einiger Zeit kam sie ratlos wieder zurück und erklärte uns, daß sie vor lauter Aufregung nicht aufgepaßt hätte, wo sie geparkt hat. Also ging Olgu gleich nochmal mit los. Die Kinder (müde und erschöpft vom Flug) wurden langsam unruhig und quengelten. Nach einer weiteren halben Stunde kamen sie dann mit dem Auto und es konnte losgehen.

 

Wir fuhren ca. 1 1/4 Stunden in brennender Hitze mitten im Freitag-nachmittag-Berufsverkehr Richtung Etiler (ein Stadteil von Istanbul). Ständig rief meine andere Schwägerin Gaye auf dem Handy an. Sie konnte es nicht abwarten uns zu sehen. Gaye ist 32 und verheiratet und hat eine 1 1/2 jährige Tochter namens Hare. Zum Glück schlief meine jüngere Tochter Melina im Auto gleich ein. Seline, meine andere Tochter unterhielt sich angeregt mit meiner Schwiegermutter. Die beiden lieben sich sehr. Ich schaute mir die Stadt durch das Autofenster an. Ich bin immer wieder überrascht und beeindruckt von Istanbul. Alt und verfallen gleich neben neu und pompös. Riesengroß gleich neben klein und mickrig. Und dieser Verkehr ist unsagbar. Aus kleinen 2spurigen Straßen werden im Nu 6spurige Straßen im Hupenorchester.

 

Als wir endlich in Etiler bei Gaye (sie wohnt gleich über meiner Schwiegermutter) ankamen, war ich durchgeschwitzt und nach der üblichen Begrüßungszeremonie ging ich gleich unter die Dusche. Meine Tante verteilte Geschenke und mußte gleich die doppelte Menge an Geschenken wieder entgegennehmen.
Wir verbrachten 2 schöne Tage in Istanbul, gingen bummmeln, abends am Bosporus spazieren und haben tonnenweise frischen Fisch verdrückt.
Am 3. Tag hatten wir die Fähre gebucht. Wir wollten morgens um 09.00 Uhr mit dem Schiff auf die Insel Avsa im Marmara-Meer. Dort wollte ich in der Sommerwohnung meines Schwiegervaters (die Eltern meines Mannes sind geschieden) eine Woche Urlaub verbringen. Olgu, Gaye und die Kleine kamen auch mit. Wir mußten mit 2 Wagen fahren, also bestellten wir noch ein Taxi. Irgendwie haben wir dabei die ganze Zeit so getrödelt, daß auf einmal alles knapp wurde. Olgu, meine Kinder und ich sprangen ins Taxi. Gaye fuhr mit Hare und meiner Tante im Wagen von Gaye´s Mann. Wir flitzten durch die Straßen von Istanbul (wer die türkischen Taxifahrer kennt, weiß, was flitzen bedeutet.....). Da ich nicht genau wußte, wo die Anlegestelle des Schiffes war, fragte ich alle 5 min, wann wir denn endlich da seien. Keiner wußte, ob wir es pünktlich schaffen würden. Um PUNKT 09.00 waren wir dann am Hafen. Der Taxifahrer fuhr bis an das Schiff und Olgu rief der Schiffscrew zu, daß wir noch mitwollten und daß wir noch auf Angehörige warteten. Die Leute sagten uns, daß sie nur noch 1 Minute warten würden. Dann kam Murat (Gaye´s Mann) mit seinem Auto angeflogen, hielt mit quietschenden Reifen an und wir schmissen die Reisetaschen aufs Schiff und schafften es gerade noch.


Das Schiff war brechend voll. Wir hatten zum Glück Sitzplätze reserviert. Überall saßen die Leute auf dem Boden und aßen, schliefen oder redeten. Das Schiff war riesengroß. 5 Stockwerke (oder nennt man das bei Schiffen nicht Decks?). Nach ungefähr 5 ½ Stunden Fahrt waren wir dann endlich da. Auf Avsa war es noch heißer und es herrschte ein riesiger Trubel. Die Leute drängten aus dem Schiff. Ich wurde mit meiner Kleinen auf dem Arm rausgeschoben und hatte Mühe, nicht über irgendwelche herumliegenden Reisetaschen zu fallen. Meine Tante bemühte sich, meine Tochter Seline an der Hand unbeschadet aus dem Schiff zu gelangen. Draußen stellten wir uns ganz an den Rand der Anlegestelle und sammelten erst einmal alle Kinder und Reisetaschen zusammen. Gaye sagte, daß sie mit den Kindern schon einmal vorgehen wollte und wir sollten auf meinen Schwiegervater warten. Dann ging sie. Das sah urkomisch aus. Hare saß im Buggy, Melina war auf ihrem Arm und Seline ging neben dem Buggy. Mein Schwiegervater kam kurz darauf mit einem Gepäckträger samt Gepäckwagen. Wir verfrachteten also das ganze Gepäck auf den Wagen und bahnten uns einen Weg durch die Masse der Menschen.

 

In der Wohnung angekommen, begrüßte uns dann meine „Stiefschwiegermutter“ (mein Schwiegervater hat ein zweites Mal geheiratet) Gaye war noch nicht da. Wir hofften, daß sie das mit den drei Kinder durch das Gewühl geschafft hatte. Nach 10 min kam sie dann total erschöpft an. Wir packten aus, duschten und aßen etwas und gingen dann zum Strand. Der Strand war auch sehr voll und wir fanden mit Mühe noch ein Plätzchen. Die Kinder hatten einen Riesenspaß. Abends ging ich mit meiner Tante spazieren und zeigte ihr ein bißchen von der Insel. Ihr gefiel die Insel sehr gut. Die Insel kann man nicht mit den bekannten türkischen Touristenorten wie Antalya, Bodrum oder Side usw. vergleichen. Es ist eine winzige Insel, die nur von Türken besucht wird. Es gibt unzählige kleine Pensionen, und auch ein paar Hotels, die aber in keinster Weise den Vorstellungen eines europäischen Touristen entsprechen. Unzählige kleine Geschäfte und Restaurants und Kiosks säumen die Strandpromenade. Hier bekommt man alles zum Einheimischen-Preis (z. B. ein komplettes Menü mit Getränken und Nachtisch für ca. 7 DM) Oder ein Frühstück für 3 DM. Alles ist günstig hier, auch die Souvenirs. Meine Tante war begeistert und hat sich gleich ein paar Kleinigkeiten gekauft.

 

Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Dolmus auf die andere Seite der Insel. Hier gibt es richtig schöne leere Strände mit glasklarem Wasser. Ich hatte meine Taucherbrille dabei und machte mich gleich mit Olgu auf Entdeckungstour. Wir holten riesige Muscheln und Seesterne aus dem Wasser und sahen große bunte Fischschwärme, Seepferdchen, kleine Seeschlangen, Seekastanien usw. Ich war total begeistert. Nachmittags aßen wir in einem winzigen Restaurant Pide mit Schafskäse und Sucuk überbacken und tranken Ayran.
Abends wollten wir alle zusammen noch etwas bummeln gehen. Als wir gerade in einer kleinen Seitengasse waren, fiel plötzlich überall der Strom aus. Man konnte wirklich überhaupt nichts mehr sehen. Es war stockfinster. Wir riefen uns zu und suchten im Dunkeln die Kinder zusammen. Hand in Hand bewegten wir uns dann langsam vorwärts bis irgendwann nach ca. 10 min das Licht wiederkam. Mein Schwiegervater erklärte uns, daß der Strom in den vergangenen Wochen häufig ausfiel. Der Strom auf der Insel wird unter Wasser vom Festland herübergeleitet und hängt an einem einzigen Generator. Da es auf der Insel so voll sei dieses Jahr, sei alles überlastet. Auch mit dem Wasser war das so eine Sache. Viele Trinkbrunnen auf der Inseln seien dieses Jahr versiegt. Direkt vor der Wohnung von uns war einer dieser Brunnen und der funktionierte noch. Also herrschte hier 24 h am Tag ein dichtes Drängen um das Wasser. Vom Balkon aus machte es richtig Spaß den streitenden Menschen zuzusehen.

 

Ich verbrachte mit den Kindern, meiner Tante und meiner Schwiegerfamilie noch ein paar wunderschöne Tage auf der Insel. Tagsüber fuhren wir irgendwohin zum schwimmen. Abends ging ich mit Olgu in die Disco oder spielte mit den anderen OK oder Tavla.
Nach 8 Tagen ging es dann wieder nach Istanbul. Diesmal fuhren wir mit dem Schnellboot zurück. Das ist zwar teuer, aber dafür braucht man nur 3 Stunden bis Istanbul und das Boot ist klimatisiert.
Wir blieben dann noch drei Tage in Istanbul bei meiner Schwiegermutter in Istanbul. Ich besuchte den Bazar in Etiler und kaufte mich dort fast tot. Wir sind auch im Akmerkez gewesen. Das ist ein riesiges wunderschönes Einkaufszentrum in Etiler. Dort könnte ich mich den ganzen Tag aufhalten. Es gibt hier jede Menge Läden von internationalen Nobelmarken. Natürlich ist auch alles dementsprechend teuer, aber zum bummeln ist es wirklich wunderschön.
Tja und dann war der Urlaub auch schon vorbei. Meine Schwiegermutter brach wieder in Tränen aus wegen der Kinder und bat mich, Seline meine große Tochter doch im nächsten Jahr alleine während der gesamten Ferien nach Istanbul kommen zu lassen, da sie sie so selten sähe. Ich versprach ihr, mir das zu überlegen. Dann verabschiedeten wir uns bis zum nächsten Jahr.

 

 


Es folgt bald der Reisebericht von Sommer 2002

 

nächste Seite

Türkei-Index

 

Home