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Als ich die Insel 1990 zum ersten Mal betrat und mich auf der Busfahrt vom Flughafen in HoumtSouk zu den Hotels umsah, gefiel mir diese karge Wüstenlandschaft auf Anhieb. Auch wenn so manch anderer Tourist, der die Insel zum ersten Mal sieht, meine Liebe zu dieser Insel kaum verstehen mag. Die Luft ist sehr feucht und im ersten Moment, wenn man aus dem Flugzeug steigt, hat man Mühe, richtig Luft zu holen. Zudem war es sehr heiß und staubig durch den Sand. Ich versuchte, mich schon einmal etwas umzusehen, sah jedoch ringsum nur Palmen und Steppe. Es sah alles sehr trostlos aus. Aber es gefällt mir immer wieder. Man ist in einer anderen Welt... Man fährt vorbei an einer flachen, brüchig wirkenden gelben Wüstenlandschaft, staubigen Palmen und Olivenbäumen sowie Kakteen und Agaven. Die kleinen Häuschen der Insel sind im typischen blau-weiß und mittlerweile auch in Teracotta-Tönen gehalten. Manche wirken so, als seien sie noch nicht fertiggestellt. Ab und an sieht man auch das Meer. Alles wirkt auf den ersten Blick recht trostlos. Und dennoch hat diese Insel für mich einen unvergleichlichen Charme. Wenn der Bus bei den Hotelanlagen ankommt, ist man begeistert von der Architektur der Hotels. Die meist im maurischen Stil gebauten weißen Hotels fügen sich wunderbar in die Landschaft Djerbas ein. Sie sind nie höher gebaut als eine Palme groß wird, damit das Inselbild nicht zerstört wird. Riesige hohe Hotelkomplexe wird man hier nicht finden. Und genau darin liegt auch der Reiz der Insel, die ihre ursprüngliche Schönheit bis heute nicht verloren hat. In und um die Hotelanlagen fühlt man sich wie in einer Oase. Gärtner kümmern sich den ganzen Tag um Rasen, viele bunte Blumen und Palmen. Überall übertönt die Meerluft ein Duft von Jasmin. Wenn man weiß, wie knapp das Wasser auf der Insel ist, merkt man wie viel Wert auf die Grünanlagen gelegt wird. Das Wasser wird durch Pipelines, die über den Römerdamm gelegt sind, vom Festland auf die Insel gebracht. Viele Einheimische versorgen sich noch über Zisternen oder kleinen Brunnen mit Wasser. Und auf Djerba regnet es äußerst selten, dafür dann aber auch oft sehr heftig. Viele Autos gibt es auf der Insel immer noch nicht. Und die schönsten Gegenden Djerbas kann man mit dem Auto sowieso nicht anfahren. Am besten ist es, sich ein Fahrrad oder Mofa zu leihen und die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Aber auch hoch zu Ross ist das Entdecken der Insel ein wahres Vergnügen. Ein Ritt über die Laguna oder nach Midoun sowie zum Markt nach HoumtSouk wird jedes Reiterherz höher schlagen lassen. Für Genießer gibt es hier auch viele kulinarische Genüsse zu entdecken. Als Wein empfehle ich den roten Mornag, der abends am Strand unter Palmen einfach himmlisch schmeckt. Zudem ist das Nationalgericht Couscous, daß es in vielen verschiedenen Variationen gibt, ein wahrer Genuss. Ebenso die Vorspeise Brik, aber hierzu findet ihr mehr auf meinen kulinarischen Seiten. Auf einer Inselrundfahrt gibt es viel zu sehen, für diejenigen, die nicht Tag für Tag faul am Strand liegen möchten. Am besten mietet man hierzu ein Taxi. Dabei sollte man den Preis unbedingt vorher aushandeln, sonst könnte es am Ende böse Überraschungen geben. Bei dieser Rundfahrt geht es vom Leuchtturm zu römischen Ruinen und vom Römerdamm zum Töpferdorf Guellala (welches wirklich sehenswert ist). Anschließend geht es noch hin zur jüdischen Synagoge La Ghriba, die zur bedeutendsten jüdischen Einrichtung ganz Afrikas gehört. Juden aus aller Welt kommen jedes Jahr zur Wallfahrt hierher. So kurz nach dem grauenhaften Anschlag auf die Synagoge, bei der viele Menschen ums Leben kamen, ist es natürlich nicht Jedermanns Sache, die Synagoge zu besuchen, hat doch eine Besichtigung dort einen schrecklichen Beigeschmack. Dennoch ist diese Synagoge wunderschön und sehenswert. Die Hauptstadt HoumtSouk ist eine quirlige kleine Stadt in der immer etwas los ist. Zu Markttagen ist die Stadt ueberfuellt und sehr hektisch, dennoch sollte man sich das nicht entgehen lassen. Die Düfte der Gewürze des Orients, die schreienden Händler, wunderschöne Souvenirs und Teppiche, sind einen Besuch wert. Wer es dennoch lieber ruhiger mag, dem ist die kleine Stadt Midoun zu empfehlen. Einen Markttag pro Woche gibt es auch hier, allerdings ist Midoun mit HoumtSouk nicht zu vergleichen. Midoun ist kleiner, ruhiger und gemütlicher. |